Zielmarkt Schweiz: So gelingt der Schritt über die Grenze
Für österreichische Unternehmen kann die Schweiz ein interessanter Exportmarkt sein. Je nach Ziel und Umfang der Geschäftstätigkeit gibt es dazu verschiedene Einstiegsmöglichkeiten.
a. Formloser Markteintritt
Ein Markteintritt ohne formale Schweizer Struktur ist grundsätzlich möglich. Diese Variante eignet sich besonders für Testphasen oder um erste Erfahrungen im Schweizer Markt zu sammeln.
b. Fiskalvertretung
Sobald in der Schweiz Umsätze erzielt oder Mitarbeitende entsendet werden, kann eine Fiskalvertretung erforderlich sein. Der Fiskalvertreter stellt sicher, dass die Schweizer Umsätze korrekt mehrwertsteuerlich abgerechnet werden. Bei Mitarbeiterentsendungen sind zudem arbeits- und aufenthaltsrechtliche Bewilligungen zu berücksichtigen.
c. ANOBAG-Anstellung
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass ein ausländisches Unternehmen direkt in der Schweiz wohnhafte Mitarbeitende anstellt. In diesem Fall spricht man von einer ANOBAG-Anstellung (Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber).
d. Steuerrechtliche Betriebsstätte
Als Betriebsstätte gilt eine feste Geschäftseinrichtung mit einer Mindestdauer von zwölf Monaten, in der ein qualitativ und quantitativ wesentlicher Teil der Geschäftstätigkeit ausgeübt wird. Das Vorliegen einer Betriebsstätte führt zur Steuerpflicht auf Gewinne in der Schweiz.
e. Zweigniederlassung
Eine Schweizer Zweigniederlassung gilt als verlängerter Arm des ausländischen Mutterhauses. Sie besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit und ist eng mit dem Mutterunternehmen verbunden, unter anderem durch den gleichen Namen und die gleiche Geschäftstätigkeit.
f. Kapitalgesellschaft
Die Gründung einer Schweizer Kapitalgesellschaft stellt die umfassendste Form des Markteintritts dar. Eine Kapitalgesellschaft ist rechtlich und wirtschaftlich unabhängig vom Mutterhaus und bietet dadurch maximale Flexibilität bei der Geschäftsausübung.
Bewertung und Beratung
Jede dieser Ausbau- und Markteintrittsformen bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Diese sollten unter strategischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und marketingtechnischen Gesichtspunkten sorgfältig abgewogen werden.
Gerne unterstützt Sie die TREUFiN Reuter AG im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs bei der Wahl der für Sie optimalen Struktur.
Text: Oliver Reuter & Zsolt Tóth-Fekete
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